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<title>Peguis First Nation</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Peguis First Nation</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Peguis First Nation</b> stellt mit 10.260 anerkannten Angehörigen (<a href="Department_of_Aboriginal_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Aboriginal Affairs and Northern Development">Department of Aboriginal Affairs and Northern Development</a>, September 2018) die größte der <a href="First_Nations" title="First Nations">First Nations</a> in der kanadischen Provinz <a href="Manitoba" title="Manitoba">Manitoba</a> dar. Ihr Reservat liegt etwa 190 km nördlich der Provinzhauptstadt <a href="Winnipeg" title="Winnipeg">Winnipeg</a> und ihr gehören sowohl <a href="Anishinabe" title="Anishinabe">Anishinabe</a> als auch <a href="Cree" title="Cree">Cree</a> an.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ethnogenese">Ethnogenese</h3></div>
<p>Nachdem im 18. Jahrhundert britische und französische Gewehre in die Hände der späteren Peguis, die pauschal als <i><a href="Chippewa" class="mw-redirect" title="Chippewa">Chippewa</a></i> (nicht zu verwechseln mit den weiter nördlich lebenden <a href="Chipewyan" title="Chipewyan">Chipewyan</a>) bezeichnet wurden, gekommen waren, zogen sie vom Huronsee westwärts und verdrängten gewaltsam die <a href="Cheyenne_(Volk)" title="Cheyenne (Volk)">Cheyenne</a> und <a href="Hidatsa" title="Hidatsa">Hidatsa</a> in <a href="Minnesota" title="Minnesota">Minnesota</a> und <a href="North_Dakota" title="North Dakota">North Dakota</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Der Stamm wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Tal des Red River im Gebiet des Parish of St. Peters nördlich der heutigen Stadt Selkirk ansässig. Dort lebten Saulteaux und Cree, ebenso wie <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a> und Weiße. Als letztere erstmals 1812 in das Gebiet kamen, wurden sie von den Peguis mit Lebensmitteln versorgt. 1817 unterzeichnete Häuptling Peguis († 1864), der dem Stamm bzw. der First Nation ihren Namen gab, einen Vertrag mit den aus Europa kommenden Siedlern. Er ist bei <a href="Sault_Ste._Marie_(Ontario)" title="Sault Ste. Marie (Ontario)">Sault Ste. Marie (Ontario)</a> geboren.
</p><p>Um 1870 entstanden die <i>parishes</i>. Peguis besaß zu dieser Zeit, als Kanada entstand, das Recht, Land zu vergeben. Diese Landvergaben wurden anerkannt und auch Peguis' Sohn und Nachfolger Mis koo kinew (Henry Prince), der seinem Vater 1870 im Amt folgte, als Manitoba der Konföderation beitrat, war dazu berechtigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verträge_mit_Kanada"><span id="Vertr.C3.A4ge_mit_Kanada"></span>Verträge mit Kanada</h3></div>
<p>Am 3. August 1871 unterzeichnete Mis-Koo-Kinew den ersten der <a href="Numbered_Treaties" title="Numbered Treaties">Nummerierten Verträge</a>, die Kanada mit zahlreichen Stämmen zwischen 1871 und 1921 abschloss. Mis-Koo-Kinew unterzeichnete dabei für die sogenannte „St. Peter's Band“, wie die heutigen Peguis bezeichnet wurden. Wie alle unterzeichnenden Nationen, so sollte auch jede Familie der Pequis ein Gebiet von 160 <i>Acre</i> erhalten. Dazu kam nun aber das Land, das von den beiden Häuptlingen vergeben worden war, und das unter den britisch-kanadischen Gesetzen als Privatbesitz aufgefasst wurde. Dies lag am Vertragstext, der festlegte, dass für den Fall, dass sich auf dem für den Stamm vorgesehenen Reservatsland bereits Siedler befanden, ihnen dies belassen werden sollte, und andere, gleich große Gebiete gewählt werden konnten, in denen das Reservatsrecht gelten sollte.
</p><p>So entstand 1873 die <i>St. Peter’s Indian Reserve</i>, obwohl die Konflikte um von Häuptlingen vergebenes, privates und Reservatsland auf Grundlage des ersten der <a href="Numbered_Treaties" title="Numbered Treaties">Nummerierten Verträge</a> nicht gelöst waren. 1885 und 1896 versuchte die kanadische Regierung das Problem durch formale Befragungen vergebens zu lösen. 1906 wurde eine Royal Commission (königliche Kommission) eingesetzt, die unter Leitung des Obersten Richters des <i>Manitoba Court of Appeal</i> das Problem anging, indem sie versuchte, die Auflösung des Reservats einzuleiten. Bei einer ersten Abstimmung, von der nur wenige wussten, konnten sich die Vertreter der Regierung nicht durchsetzen, doch bei einer zweiten erschienen viele angebliche Peguis, und das Ergebnis, die Abtretung der Gebiete, wurde anerkannt. Dagegen wehrten sich 1907 zwar die anwesenden Peguis-Männer – dennoch blieben dem Stamm nur noch 75.000 Acre ihres Landes.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Landrechte_und_Kompensationen">Landrechte und Kompensationen</h3></div>
<p>1981 wurde Louis J. Stevenson zum Häuptling gewählt. 1987 lud er den südafrikanischen Außenminister Glen Babb zu einem Besuch ein. Interimistisch übernahm er den Posten des Grand Chief of the Assembly of Manitoba Chiefs (1987–1989). 1998 erkannte Kanada an, dass der Vertrag und die Abtretung des Reservats aus dem Jahr 1907 nichtig waren. Im Jahr 2000 wurden erneut Verhandlungen um die Landansprüche mit <a href="Ottawa" title="Ottawa">Ottawa</a> begonnen. 2001 lebten von den 7.124 Peguis rund 4.000 außerhalb des Reservats.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am 5. Mai 2008 unterzeichneten die Führer der Peguis First Nation einen Vertrag mit der kanadischen Regierung, der sich auf Land bezog, das der Stamm bis 1907 bei <a href="Selkirk_(Manitoba)" title="Selkirk (Manitoba)">Selkirk</a> besessen hatte. Der Stamm erhielt 126.108.803 Dollar als Kompensation, eine Summe, die für die Gemeinde eingesetzt werden sollte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Grundlage war die Berechnung des Wertes des verlorenen Gebietes und des Reservats, dazu kamen die entgangenen Gewinne aus der Gewinnung von Rohstoffen und aus der Landwirtschaft, sowie industrieller Nutzung. Die Differenz zwischen den beiden Ertragsaufstellungen entsprach der Summe der zu zahlenden Kompensation. Ein Trust, der Peguis Trust, wurde eingerichtet, dessen Verwaltung unabhängig vom <a href="Department_of_Indian_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Indian Affairs and Northern Development">Department of Indian Affairs and Northern Development</a> sein sollte.
</p><p>2008 geriet der seit 2007 amtierende Chief Glen Hudson in die Schlagzeilen, als die Taxpayers Union öffentlich machte, dass er einschließlich Reiseaufwendungen ein Jahresgehalt von mehr als 200.000 Dollar erhielt, wobei die Kompensationen von vier seiner Berater noch höher lagen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am 12. und 13. Juni 2009 stimmten 46 % der Wahlberechtigten unter den Peguis über die Annahme des Kompensationsvertrages ab, der damit angenommen wurde. Jeder Erwachsene sollte 1000 Dollar erhalten, die übrigen 118 Millionen Dollar in einen Trust einfließen. 2011 hatte der Stamm etwa 7.200 (eigene Angaben) bzw. im August 2011 genau 8.955 vom Staat anerkannte Angehörige.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Reservate">Reservate</h3></div>
<p>Die Peguis First Nation besitzt heute neun Reservate: <i>Peguis 1B</i> bis <i>Peguis 1I</i> sowie die <i>St. Peters Fishing Station 1A</i>. Die Gesamtfläche der Reservate beläuft sich auf 30.655,7 ha oder 306,557 km².
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Überschwemmungen_2009_bis_2011"><span id=".C3.9Cberschwemmungen_2009_bis_2011"></span>Überschwemmungen 2009 bis 2011</h3></div>
<p>In den Jahren 2009 bis 2011 wurde Peguis von fünf Überschwemmungen getroffen. 2011 trat der Fisher River erneut über seine Ufer und überschwemmte erhebliche Teile des Reservats. Etwa 642 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Mitte April lebten 509 von ihnen in Hotels in Winnipeg, 133 wurden von Verwandten und Freunden in Peguis aufgenommen. Die Regierung von Manitoba sagte Pumpen und sonstige Ausrüstungsgegenstände zu, sowie Geldmittel in Höhe von 1,5 Millionen Dollar.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Peguis und die Ebb and Flow First Nation verklagten im Mai Manitoba Hydro und die Provinzregierung wegen der ihrer Ansicht nach zu ihren Lasten erfolgten Umleitungen der Wassermassen, bzw. der dadurch entstandenen Schäden.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Peguis Publishers ist ein Verlag in Winnipeg.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Yale Deron Belanger: <i>Saulteaux land use within the Interlake Region of Manitoba, 1842–1871</i>, PhD, University of Manitoba 2000.</li>
<li>Albert Edward Thompson: <i>Chief Peguis and his descendants</i>, Winnipeg 1973.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.peguisfirstnation.ca/">Peguis First Nation</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.peguisfirstnation.ca/about/surrender-claim-trust/">Beitrag zum Landstreit</a> (engl.)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas Flanagan: <i>First Nations? Second Thoughts</i>, McGill-Queen's University Press 2000, S. 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">David Bell: <i>Sharing our Success. Ten Case Studies in Aboriginal Schooling</i>, 2004, S. 201.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://web.archive.org/web/20090904140615/http://www.cbc.ca/canada/manitoba/story/2008/05/23/peguis-deal.html"><i>Manitoba native band finalizing largest-ever single compensation claim</i></a>, <a href="Canadian_Broadcasting_Corporation" class="mw-redirect" title="Canadian Broadcasting Corporation">CBC</a>, 23. Mai 2008, archive.org, 4. September 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=8Ry0597p2fk"><i>Peguis chief defends high salary </i></a>, Taxpayers.com.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.cbc.ca/news/canada/manitoba/story/2011/04/15/mb-peguis-flood-110415.html"><i>Manitoba pledges aid for Peguis First Nation</i></a>, CBC News, 15. April 2011.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.globalwinnipeg.com/first+nations+suing+ottawa+manitoba+and+manitoba+hydro+over+spring+flooding/6442486514/story.html"><i>First Nations suing Ottawa, Manitoba and Manitoba Hydro over spring flooding</i></a>, in: Canadian Press, 21. September 2011.</span>
</li>
</ol>
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